20. Januar 2010

Scheinheiligkeit der Opposition gefährdet Demokratieverständnis

Die von der CSU/FDP-Koalition im Rahmen des Wachstumsbeschleunigungsgesetzes vorgenommene Absenkung des Mehrwertsteuersatzes für Hotelübernachtungen ist wegen Parteispenden an die FDP erneut in die Diskussion geraten. Der von SPD, Grünen und Linken dabei vorgebrachte Vorwurf, die Entscheidung stünde in Zusammenhang mit Spenden auch an die CSU, ist absurd. Kein Wunder, dass sich immer mehr Frust und Politikverdrossenheit breit macht.
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Die Fakten sind die folgenden:
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1. Die in Medienberichten erwähnten beiden Spenden an die CSU datieren vom 22. September 2008 und wurden im Rechenschaftsbericht 2008 entsprechend dem Parteiengesetz ordnungsgemäß gemeldet und ordnungsgemäß veröffentlicht.
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2. Der Versuch, einen Zusammenhang mit dem am 1.1.2010 in Kraft getretenen Wachstumsbeschleunigungsgesetz zu konstruieren, ist daher absurd.
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3. Die CSU hat 2009 keine veröffentlichungspflichtigen Spenden von Hotelkonzernen und damit verbundenen Unternehmen erhalten.
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4. Auch SPD, Grüne und Linke haben eine ermäßigte Umsatzsteuer für das Hotelgewerbe gefordert:
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Die Linke:
„Die Linke fordert (…) den ermäßigten Umsatzsteuersatz von sieben Prozent ausweiten auf (…) arbeitsintensive Dienstleistungen des Handwerks sowie Hotellerie und Gastronomie.“
(Die Linke, Bundestagswahlprogramm 2009, S. 30)
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SPD:
„Im Zuge des europäischen Einigungsprozesses ist eine stärkere Angleichung der Wettbewerbsbedingungen unabdingbar. (…) Dabei ist ein europaeinheitlicher halbierter Mehrwertsteuersatz für die Gastronomie anzustreben, um derzeit bestehende Wettbewerbsverzerrungen abzubauen.“
(Tourismuspolitische Leitlinien der SPD-Bundestagsfraktion, Mai 1998)
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„Die Staatsregierung wird aufgefordert, ihren Einfluss dahin gehend geltend zu machen, dass der Bund für die Hotellerie den reduzierten Mehrwertsteuersatz in Höhe von 7 % einführt.“
(Antrag des ehemaligen Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Bayerischen Landtag, Franz Maget, und der Fraktion der SPD vom 18. Januar 2006)
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„Die Tourismuswirtschaft braucht gute Rahmenbedingungen für ihre Entwicklung u.a. in der Steuerpolitik (…) durch die Beseitigung von Wettbewerbsverzerrungen.“
(SPD Bundestagsfraktion, FRAKTION INTERN, 25.03.2008, Tourismus in Deutschland – ein Wachstumsmotor, S. 13).
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Die Grünen:
„Wir setzen uns ein für die Einführung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes für Gaststätten und Hotels.“
(Martin Runge, 11.05.2009, GRÜNE im Bayerischen Landtag)
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5. 22 von 27 EU-Staaten – darunter alle deutschen Anrainerstaaten (außer Dänemark) – wenden auf Beherbergungsumsätze den ermäßigten Umsatzsteuersatz bereits an.
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Autor: Oliver Schulte

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3 Reaktionen zu “Scheinheiligkeit der Opposition gefährdet Demokratieverständnis”

  1. Von: Peter Silie | Am 23. Januar 2010 um 15:12 Uhr

    “Die Fakten sind die folgenden:

    1. Die in Medienberichten erwähnten beiden Spenden an die CSU datieren vom 22. September 2008 und wurden im Rechenschaftsbericht 2008 entsprechend dem Parteiengesetz ordnungsgemäß gemeldet und ordnungsgemäß veröffentlicht.

    2. Der Versuch, einen Zusammenhang mit dem am 1.1.2010 in Kraft getretenen Wachstumsbeschleunigungsgesetz zu konstruieren, ist daher absurd.”

    ist daher absurd? für mich sieht das ziemlich schlüssig aus…

  2. Von: Oliver Schulte | Am 23. Januar 2010 um 18:45 Uhr

    OK, wenn das für Dich schlüssig ist, dann muss die Diskussion aber in alle Richtungen offen diskutiert werden.

    War dann die Großspende von BMW an die SPD kurz vor der Abstimmung zur Abwrackprämie in Ordnung?

    Wie sind die zahlreichen im Rechenschaftsbericht der Grünen aufgelisteten Spenden aus dem Bereich der regenerativen Energie zu bewerten?

  3. Von: Richard Grekov | Am 25. Januar 2010 um 19:06 Uhr

    Ich finde es einfach nur lächerlich von den Oppositionsparteien einige Großspenden auszusuchen und dann darauf basierend im Gespräch bleiben zu können. Wir haben in Deutschland genügend Probleme die es anzupacken gilt. Daran sollten die Herren Oppositionsführer arbeiten!

    Hier ist insbesondere die Bildung und Forschung zu nennen.

    Meiner Meinung nach ist zu den Spenden und der sog. “Klientelpolitik” genug gesagt und lasst uns doch den wichtigen Themen widmen diese sind ganz einfach: BILDUNG UND WIRTSCHAFTSWACHSTUM (hierfür sollten alle Parteien die Kraft aufwenden und nicht aufeinander rumhacken!!

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