• Gerhard F. Stegmann

Der Zustand der deutschen Sprache

Aktualisiert: 10. Jan.


Auf der STARTSEITE konnten Sie lesen, warum Deutsch eine wunderbare liebenswerte Sprache ist. Wenn man jemanden oder etwas liebt, dann sollte man aber nicht dauernd etwas ändern wollen, sondern die Entwicklung behutsam begleiten. Das gilt für die geliebte Person genauso wie für die Sprache.

Was allerdings in den letzten Jahren mit unserer Muttersprache geschieht, sehe ich als Deutschlehrer mit Skepsis und Wehmut!

Die "Genderisierung" unserer Sprache zerstört den Sprachfluss, verdirbt eine harmonische Satzmelodie und für viele sogar die Lesbarkeit eines Textes. Mir tut es weh, wenn im Fernsehen die Nachrichten durch solche Sprachbarrieren zerhackt werden, als würde die Sprecherin bzw. der Sprecher stottern.

"Die Ministerpräsident....-innenkonferenz tagte gestern, um neue Maßnahmen für die Bürger.....-innen zu beschließen. In den Schulen sollen die Lehrer....-innen und Schüler....-innen durch Stoßlüften für frische Luft in den Klassenzimmern sorgen." [ Zwischenruf: Weil die Sachträger zu geizig sind, um wirkungsvolle Luftfilteranlagen anzuschaffen.]

Meint wirklich jemand, das trägt zur Sprachgerechtigkeit bei? Sammelbegriffe und Berufsbezeichnungen haben die männliche Sprachform, weil diese kürzer und deshalb einfacher anzuwenden ist. [Zwischenruf: Bestimmt nicht, weil das Patriarchat die Frauen unterdrücken will!] Ich bin ohne Wenn und Aber dafür, dass Frauen den ihnen gebührenden Respekt erfahren sollen!

Natürlich darf und wird sich eine Sprache weiterentwickeln. Die vielen Anglizismen zeugen davon. Das benachteiligt vor allem alte Leute, die keine Fremdsprache lernen durften. Ich werde öfter darauf angesprochen. Es dient jedoch der internatonalen Kommunikation. Den derzeitigen Genderwahn - die Feminisierung der Sprache - bezeichne ich als Fehlentwicklung. Muss es aber zu dieser Sprachmisshandlung kommen, damit sich eine kleine Minderheit sprachlich verwirklichen kann?

Es ist durchaus legitim, Ersatzbegriffe oder Neuschöpfungen zu suchen, wenn dadurch der Sprechfluss und die Verständlicheit nicht leidet. Hier könnten sich Männer und Frauen schöpferisch innovativ hervortun. Ich hoffe darauf, dass unsere wunderbare Sprache mit ihren zahlreichen Klangfarben in den Dialekten erhalten bleibt.